Auch im Sommer 2024 nicht. Obwohl die Stadt während der Olympischen Spiele schon in so etwas wie einem Glücksrausch war. Kaum aus der Normandie in Paris angekommen, stolpert die schüchterne Blandine mitten in den Olympia-Zirkus, wo sie bei den Schwimmwettkämpfen der Frauen ihren heimlichen Schwarm sehen und anfeuern will. Mit ihrem großen Rucksack darf sie nicht rein! Stattdessen läuft sie jetzt in den fremden Straßen und begegnet scheinbar nur Menschen, die vielleicht glücklich, aber vor allem sehr nervös sind.
In der Wohnung ihrer Halbschwester Julie angekommen, ist das Gespräch voller Tücken – vielleicht kein Wunder, weil Blandine und Julie viele Jahren lang keinen Kontakt hatten. Besser läuft es mit Alma, Julies kleiner Tochter, die ihr sofort ans Herz wächst. Zwischen sportlicher Euphorie – die so sportlich ja eigentlich nicht ist, denn vor allem hat sie sich in die Schwimmerin Béryl verliebt –, aufgeregten und ruhigen Familienmomenten und einem unverhofften Rendezvous findet Blandine in diesem unvergesslichen Großstadtabenteuer auch ein wenig mehr zu sich selbst.
,Ein Sommer in Paris‘ ist der erste Spielfilm von Valentine Cadic. Natürlich war der Dreh während der Olympischen Spiele immer wieder „überraschend“, weil Wettkämpfe verschoben wurden…, was drehen wir jetzt? Das hat die Regisseurin aber nicht davon abgehalten uns erst nach und nach in die kleinen Geheimniss ihrer Hauptdarstellerin einzuweihen. Dabei durften die Darsteller so reden, wie sie das Drehbuch verstanden hatten. Am schönsten sieht man dies in der Szene auf dem Polizeirevier in der das ausufernde Zwiegespräch zwischen Polizist und Blandine zu weiten Teilen improvisiert ist.
Pressestimmen
"Die Schauspielerin und Performerin Blandine Madec spielt diese junge Frau mit dem Riesen-Rucksack lakonisch, unerschütterlich und mit einer ganz eigenen, unaufgeregten Komik, eine echte Entdeckung.", sagt Radio Eins. "Wird völlig zurecht mit Eric Rohmers Werken verglichen."
"Erzählt in naturalistischem Look, mit leisem Humor und schön unterspielter Emotionalität von der so alltäglichen wie magischen Bildungsreise ihrer Hauptfigur.", so der Tagesspiegel.
"Stellt die Einsamkeit nach einer Trennung, den Weg aus der People-Pleaser-Mentalität und die positiven wie negativen Seiten von Olympia auf eindringliche Weise dar.", schreibt Queer.de.
Regie Valentine Cadic
Drehbuch mit Mariette Désert
Kamera Naomi Amarger
Musik Saint DX
Besetzung Blandine Madec, India Hair, Acradi Radeff, Béryl Gastaldello, Ahmed Fattat, Matthias Jacquin
FR 2025, 78 Min., frz.OmU, ab 12