Paul findet die DDR ja gar nicht so schlecht, aber er hat sich in den Kopf gesetzt, einmal im Leben durch Italien zu reisen. Genau wie der deutsche Dichter Friedrich Seume: zu Fuß (von Rostock) nach Syrakus (und zurück)! Pauls zahllose, erfinderische Versuche, eine Genehmigung für eine Ausreise zu bekommen, scheitern. Alles wird abgelehnt! Was bleibt ihm?
Paul entscheidet: er wird fliehen. Aber er will ja auch wieder zurück. Zurück nach Rostock, zur Ostsee, zu seiner Frau Anne. Aprospos Anne: Mit der hat er noch gar nicht gesprochen!
Aber Paul war bei diesem Segelverein auf Hiddensee, auch wenn die sich dort fragen, was diese Landratte mit einem Segelschein will. Und jetzt hat er auch ein kleines Boot gekauft. Was er noch braucht ist ein rabenschwarzes Segel…
Regisseur Lars Jessen („Mittagsstunde“) erzählt in ,Spaziergang nach Syrakus‘ von großer Sehnsucht nach der Fremde, von dem Wunsch, die Welt zu sehen, ohne die Heimat zu verlieren.
Der Film entstand nach Motiven des Romans „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ von Friedrich Delius (Rowohlt), aber auch nach der realen Flucht von Klaus Müller, der 1987 über die Ostsee nach Dänemark rübermachte. Und Italien hat er sich auch angesehen – wie Paul alias Charly Hübner in Jessens Film.
Mit feinem Humor und großen Emotionen blickt der Film auf deutsche Geschichte – und verhandelt dabei erstaunlich gegenwärtig das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Zugehörigkeit sowie die Frage, wie weit man gehen kann, ohne den anderen zu verlieren.
Regie Lars Jessen
Drehbuch Heide Kersten, Andreas R. Kersten
nach dem Roman von Friedrich Delius
Kamera Kristian Leschner
Musik Jakob Ilja, Benjamin Drees
Besetzung Charly Hübner, Lina Beckmann, Thorsten Merten, Bruno Di Chiara, Clemens Bobke
DE 2026, 97 Min., dtF